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Experiment: Shoppingverbot

Jeden Tag ein anderer Look- und das ohne Shoppen

– wie Heike 6 Monate ihren Kleiderschrank neu entdeckt hat

 

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Geht es uns nicht allen so? Man kauft und kauft und kauft, hat aber eigentlich jede Menge Schätze im Schrank hängen. Die – genau- dort versauern.

Wie wäre es ein halbes Jahr nicht shoppen zu gehen?

Nicht mal eben schnell in die Stadt, weil man fürs nächste Date eh nichts anzuziehen hat…
Nicht japsend zum großen Mid-Season-Sale rennen und mit Bergen an Tüten nach Hause kommen…
Nicht voller Vorfreude in den nächsten Primark stürmen, weil es grad eine unglaubliche geniale Fake-Version von Nike-Airmax Schuhen gibt…

Ahhh Katastrophe? Unmöglich? Nie im Leben? Insbesondere für uns Shoppingqueens wahrscheinlich unvorstellbar! Es gibt da draußen jedoch auch Modeliebhaberinnen, die das wirklich mal ein halbes Jahr lang durchgezogen haben wie zum Beispiel Heike. Nach fünf Monaten Rucksackreise durch Lateinamerika kam die 32-Jährige Marketing-Angestellte nach Hause und bemerkte, dass sie Berge an Kleidung hat, die gekauft aber nie wirklich getragen wurden.

„Es waren so unbeschreiblich viele Dinge und Sachen, dass ich mir gedacht habe: Heike, du warst mit 15 kg unterwegs, 5 Monate und kamst zurecht. Die nächsten 6 Monate kaufst du keine Klamotten, sondern ziehst alles an, was du hast!“.

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Von da an, war Shoppen tabu! Heike erstellte einen Blog, um ihr „Experiment“ dokumentieren zu können. Jeden Tag postete sie ein Bild von ihrem Outfit. Oberste Regel: keine gleichen Kombinationen und natürlich nichts neu gekauftes– klingt schwierig, oder?

Hattest du ein spezielles Konzept, wie du dein Vorhaben am Besten umsetzen kannst? Zum Beispiel aufgeschrieben, wann welches Kleidungsstück getragen werden soll…

Ein bestimmtes Konzept hatte ich nicht. Ich öffnete jeden Tag meinen Schrank und überlegte, was ich anziehen mag. Die ersten Wochen sind einfach, aber dann musste ich mir die Fotos anschauen, damit ich Dopplungen vermied. Außerdem machte meine Aktion in der Arbeit die Runde und es kamen einige Ideen ins Spiel wie eine Rock-Woche, oder eine gelbe Woche etc.

Waren die Reaktionen von Freunden und Kollegen denn alle so positiv?

Meine Freunde und Kollegen waren begeistert. Manche schauten sich jeden Abend den Post an und ich erhielt Kommentare in der Arbeit, am Telefon oder auf dem Blog selbst. Es war toll Feedback zu erhalten!

„Einige Kollegen waren wirklich gespannt, was ich jeden Tag trug.“

Lieblingsoutfit mit Jacke II (Heike)-horz

Was hast du eigentlich vor dem Experiment gerne im Alltag getragen?

Eher sportliche, bequeme Kleidung. Aufgrund meiner Berufstätigkeit muss ich mich an keine Vorschriften halten und darf in der Arbeit tragen, was ich mag. Wie viele hatte ich natürlich immer so meine Lieblingskombinationen. und Sachen, die nur im Schrank versauerten.

Welche Schwierigkeiten hattest du bei der Umsetzung deines Experiments?

Jeden Morgen ein Foto zu machen, war manches Mal schwierig, wenn ich auf Reisen war oder schlichtweg die Zeit fehlte.  Und dann noch jeden Morgen anders und gleichzeitig gut aussehen…anstrengend!

Gibs zu….es gab doch bestimmt Tage an denen du geschummelt hast,oder?

Ich muss ehrlich sagen, ja. Denn ich habe meinen Jogginghosen-Relax-Sonntag nicht eingestellt. Von den Kombinationen habe ich nicht geschummelt, da gab es immer andere Varianten. Nur dass ich nicht jeden Tag fotografiert habe.

Welchem Kleidungsstück hast du das größte Make-Over verpasst?

Ich kann kein spezielles Kleidungsstück benennen. Es sind mehr die Kombinationen gewesen, die am Ende sehr kreativ wurden, z. B. Longsleeve über ein Kleidchen. Oder Looks, die ich so vorher nie getragen hätte, nun aber die Ausrede mit meinem Experiment hatte. Oder auch die Farbkombinationen…
Ach, und dann ist da dieser Jeans-Wickelrock, den ich auch selten vorher trug und nun in Szene gesetzt wurde. Ein Oldschool-Teil von meiner Mum. Herrlich!

Gab es eine Modesünde, die du durch das Experiment plötzlich toll gefunden hast?

Nein, eine neu entdeckte Modesünde gab es nicht. LEIDER!

Was war im Nachhinein gesehen eigentlich deine liebste Kombination?

Oh, da gab es schon einige zum Glück z. B. gelbe Strumpfhose, dunkelblauer Rock und gelbes Oberteil (hier)

Oder Overknees, dunkelblauer Rock, rosa-gelbes Oberteil und gelbe Strickjacke (hier)

Oder rote kurze Hose, graues Longsleeve und graue Weste (hier)

Was hast du nach deinem Experiment sofort aussortiert und warum?

Aussortiert habe ich einige Röcke und einige Tshirts, in denen ich mich nicht wohl gefühlt habe oder die bieder aussahen.

Kleiderschrank rechte Seite (Heike)

Grundgedanke war ja, dass du zu viel shoppst, den Inhalt deines Kleiderschranks aber nicht voll auskostest…Warum denkst du, kaufen wir (Frauen) heutzutage im Überfluss?

Dazu gibt es meiner Meinung nach verschiedene Gründe. Ein großer Faktor ist wohl die Werbung, die uns glauben lässt, dass wir dieses Teil UNBEDINGT haben müssen, weil wir nur dann komplett sind. Andererseits sind die Preise heutzutage natürlich auch extrem günstig geworden bei vielen Modeketten siehe H&M, Zara, Primark usw. Wir müssen nicht mehr überlegen, ob wir uns etwas leisten können, sondern es ist so günstig, dass wir gleich 3 Handtaschen kaufen können. Und wenn eine kaputt geht, kaufen wir eine neue anstatt auf ordentliche Qualität zu achten und auch mal ein Stück zu reparieren bzw. zu nähen.

Wie wirst du nun weiter machen? Wie hat sich dein Konsumverhalten verändert?

Ich habe gemerkt, dass man sehr vieles aus seinem Kleiderschrank herausholen kann und Teile, die in eine hintere Ecke gerutscht sind, so manches Mal überraschen können. Ebenso machen es die Kombinationen.

„Das Experiment hat mich gezwungen auch mal Looks zu probieren, die ich vorher nie getragen hätte oder nie auf die Idee gekommen wäre.“

Weitermachen? Ich versuche immer noch alle Kleidungsstücke anzuziehen und verschiedene Outfits zu probieren. Nicht jeden Tag aber ab und an! Und ich werde wieder einen Blog schreiben. Dieses Mal nicht unbedingt nur auf ein Thema fokussiert, sondern verschiedene Themen! Seid gespannt!
Ich bin immer noch keine Trendsetterin und lasse mich lieber nach meinem Gefühl und Geschmack leiten. Manchmal habe ich ein Teil im Kopf, was es zu der Zeit nicht gibt und dann muss ich warten oder bei den Herren schauen. Und natürlich freue ich mich auf Reisen ins Ausland oder entdecke gern kleine Boutiquen.

Was könntest du anderen Frauen als Tipp geben, wie man wirklich die komplette Garderobe auskostet?

„Das Einzige was zählt, ist letztendlich der Spaß. Macht worauf ihr Lust habt, seid offen für Neues und kreativ. Denkt nicht immer an die anderen Menschen um euch drum herum. Seid ihr selbst und tragt eure Kleidung mit Stil und Selbstbewusstsein. Ihr seid es euch selbst wert!“

 

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1. Tipp
Kleiderschrank mal wirklich komplett leer räumen und in Haufen (z.B.: Fehlkäufe, Lieblingsteile, schwer kombinierbare) sortieren für den besseren Überblick. So manches verschwindet ja doch in den Tiefen des Kleiderschranks!

2. Tipp

Anhand dieser Haufen mal Looks auf dem Boden legen und herumprobieren. Macht Spaß und man findet auch hier neue Ideen. Beste Inspirationsquelle: Modemagazine, Blogs und Instagram

3. Tipp
Stellt für euch ein Wochenthema bzw. Mottothema auf z. B. jeden Tag irgendetwas Rotes zu tragen oder eine Rock-Woche.

4. Tipp
Erzählt euren Freunden davon und organisiert Tauschpartys? Vielleicht findet die beste Freundin, den verstaubten Pulli total toll und sie selber möchte die grüne Clutch loswerden, die man selbst schon ewig sucht.

 

 

Alle Outfit-Bilder und mehr Infos findet ihr übrigens auf Heikes Blog:

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Was meint Ihr? Ist so eine „Shopping-Diät“ sinnvoll?

Schreibt es doch in die Kommentare…

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5 Kommentare

  1. Das klingt wirklich super interessant 🙂 Ich habe in letzter Zeit schon so oft von solchen Experimenten gehört, jedoch glaube ich, dass es für mich nicht so das richtige wäre 🙂

    Liebe Grüße 🙂
    http://measlychocolate.blogspot.de

    • Birte Lissner

      Ich würds ohne Shoppen auch nicht aushalten 😀 Aber so eine Motto-Woche könnte ich mir schon vorstellen für mich mal!

  2. Finde das wirklich eine super tolle Sache. Und ich könnte mir defintiv vorstellen das auch mal auszuprobieren. Auch wenn ich wie fast jede andere Frau Shoppen liebe – könnte ich mir dieses Experiment auf jedenfall mal vorstellen.

    Liebe Grüße Lisa
    http://hellobeautifulstyle.blogspot.de/

  3. Ein sehr cooles Experiment! Ich find auch die Sache mit der Mottowoche sehr spannend, das werd ich vlt. mal ausprobieren! 🙂
    LG

  4. ich weiß nicht, ob ich das könnte. Sollte man aber vllt. mal in den Angriff nehmen. Wir haben ja alle sooo viel – da ist das monatliche Ausgeben des Geldes nicht unbedingt von Nöten und hat sicherlich viele Vorteile (Umwelt, Geldbeutel, soziale Gerechtigkeit, …)

    Liebst Imke von http://modewunsch.de/

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