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Zeige mir deine Tasche und ich sage Dir, wer Du bist

 

Zeige mir deine Handtasche und ich sage Dir wer Du bist!

Exklusiv-Interview mit Handtaschentherapeutin Rosanna Pierantognetti

 

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Boutique von Elena Berton

 

 

Der Duft von feinem Leder strömt mir entgegen als ich die kleine Boutique von Designerin Elena Berton betrete. Ich erblicke elegante Holzmöbel, wunderschöne italienische Kleider und handgefertigte Taschen. Hier gehen Frauen bewusst shoppen, eine ganz andere Atmosphäre als in den altbekannten Stores der Modeketten. In dieser tollen Location darf ich Deutschlands erste Handtaschentherapeutin treffen. Ja richtig gelesen, Rosanna Pierantognetti hat die Begabung vom Tascheninhalt einer Frau auf ihre Persönlichkeit zu schließen. Daraus wurde schnell eine richtige Geschäftsidee.

Ich frage mich. Wie kommt man dazu Handtaschentherapeutin zu werden?

Als meine Tochter ca. 1 ½ Jahre alt war, hat sie gerne meine Taschen ausgeräumt. Mich hat das wahnsinnig gemacht und empfand es als Eingriff in meine Privatsspähre. Doch dann erinnerte ich mich, wie gerne ich früher als Kind in den Taschen meiner Oma und meiner Mutter gestöbert habe. Das Thema hat mich dann so fasziniert, dass ich angefangen habe entsprechende Fachliteratur auf psychologischer Ebene zu lesen und Erfahrungen zu sammeln. Als ich einer Freundin von meiner Idee erzählte, war diese begeistert und ich fing an aus meiner Leidenschaft ein Business aufzubauen.

Also braucht man keine spezielle Ausbildung?

Nein, es ist eine Tätigkeit mit Augenzwinkern, die nicht bierernst genommen werden soll. Die Leute kommen nicht zu mir auf den Stuhl und erzählen mir von ihren Problemen. Ich arbeite ja auch noch als Erlebnisinszeniererin und organisiere Events von meinem Home Office aus. Letztens erst habe ich ein Shoppingevent für Mamas geplant inklusive Beratung.

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Rechts: Rosanna Pierantognetti

Dein Motto ist ja: Zeige mir deine Handtasche und ich sage Dir wer du bist! Wie funktioniert das genau?

Ich sehe mir die äußere Optik und den gesamten Tascheninhalt an. Ist die Tasche eher eckig, wird sie offen oder geschlossen getragen, finden sich viele emotionale Erinnerungstücke oder doch eher funktionelle Technik-Gadgets in der Tasche? Anhand dieser Ergebnisse kann ich dann auf den Charakter einer Person schließen. Außerdem habe ich spezielle „Handtaschentypen“ entwickelt wie zum Beispiel die „Tigerwoman“. Anhand dieser Muster orientiere ich mich. Frauen mögen es wenn ich zum Beispiel zu ihnen sage: Du bist eine Tigerwoman.

Wie würde dann die Tasche einer solchen „Tigerwoman“ aussehen?

Eine „Tigerwoman“ ist eine zielstrebige Frau, die Ordnung braucht und genau weiß, was sie will. Klare Formen und ein elegantes Design ohne verspielte Elemente sind ihr wichtig bei Taschen. Typischer Gegenstand wäre ein Organizer. Übrigens gibt es heutzutage wirklich sehr viele Frauen vom Typ „Tigerwoman“. Gerade diesen fällt es schwer loszulassen vom stressigen Alltag und gönnen sich oft keine Auszeit.

In den letzten Jahren ist die Tasche immer mehr zum Statussymbol für Frauen geworden. Warum denkst du ist das so?

Nun an der Entwicklung der Tasche kann man auch ein bischen die Emanzipationsbewegung der Frau festmachen. Früher hatte die Damen kleine unscheinbare Beutel unter ihrer Schürze. Umso mehr sie dann draußen unterwegs waren und umso mehr Rechte sie bekamen, desto größer und auffälliger wurde die Tasche. Heutzutage möchten viele Frauen mit einer teuren Tasche zeigen: Seht mal her, ich bin was, ich hab was geschafft.

Was findest du eigentlich am Meisten in den Handtaschen?

Natürlich gibt es immer typische Gegenstände wie Handy, Geldbeutel, Schminke, Tampons etc. Ich habe aber durchaus auch kuriose Dinge wie zum Beispiel einen Sparschäler, einen Gartenschlauch oder einen abgelaufenen Pass mit Unterschrift vom Lieblingsstar gefunden. Es sind also oft auch sehr emotionale Gegenstände, die Frauen mit sich tragen. Generell kann man noch feststellen, dass wir Frauen wirklich viel zu viel mit uns herumschleppen.

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Auch meine Handtasche ist vor Rosanna nicht sicher

Warum denkst du haben wir das Bedürfnis, so viel in der Tasche mitzunehmen?

Das ist evolutionsbedingt.

„Früher waren wir Frauen stolz, wenn unsere Körbe nach dem Sammeln voll waren, heute sind wir glücklich, wenn wir mit prall gefüllten Shopping-Taschen nach Hause kommen.“

Außerdem sind wir heutzutage oft den ganzen Tag auf den Beinen, erleben unterschiedliche Events – mal eben schnell von der Arbeit auf die nächste AfterWork Party… Da muss dann eben einiges mit, um für jede Lebenslage gerüstet zu sein. Selbst Männer haben das ja mittlerweile erkannt.

Stimmt, aber die schleppen wohl kaum Lipgloss, Organzier und Tampons mit sich rum oder?

Nein, Männerhandtaschen sind eckig, schlicht und sehr straight. Die Funktionalität spiegelt sich im Inhalt wieder. Ipad, Zeitung, Geldbeutel, Handy, Notebook, vielleicht noch Medikamente…

Warum üben Taschen so eine Faszination auf uns aus – wenn selbst Männer welche tragen mittlerweile?

Taschen sind für uns Frauen abgesehen von dem Statussymbol wie „die beste Freundin“. Man hat so viele persönliche Dinge dort drin verwahrt, sie geben unseren Outfits den letzten Schliff und vor allem: Unsere Lieblingstasche vermittelt uns ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Auf Veranstaltungen mit lauter fremden Menschen schmiegt sie sich wie eine „alte Bekannte“ an uns und man fühlt sich nicht so verloren. Gerade bei Unsicherheit hilft es doch enorm etwas in der Hand halten zu können. Es gibt auch Frauen, denen eine Tasche ein Stück Heimatgefühl gibt, wenn sie sich zum Beispiel in fremden Hotelzimmern aufhalten. Du siehst, eine Tasche ist weit mehr als ein praktisches Accessoire. Ich sage nicht ohne Grund:

 

„Die Suche nach der richtigen Tasche ist wie die Suche nach dem perfekten Ehemann.“

 

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[Das ist ein interessanter Gedanke: Ob ich wohl schon DIE Handtasche gefunden habe?]

Hast du denn schon DEINE perfekte Handtasche gefunden? Woher wusstest du, dass es SIE ist?

Ja, dieses Modell aus geflochtenem Leder von Elena Berton. Ich habe sie letztes Jahr zu mehreren Events mit dabei gehabt und habe mich immer mehr in sie verliebt, dass ich sie zum Schluss nicht mehr hergeben wollte. Nun ist sie mein täglicher Begleiter und ich würde sie um keinen Preis mehr hergeben. Ich achte sehr auf die Haptik einer Tasche und diese hier fühlt sich einfach wunderbar an. Leder ist einfach ein unglaublich tolles Material, welches nach einer gewissen Zeit eine schöne Patina bekommt.

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Rosannas beste Freundin und ihr Inhalt

Hat man als Handtaschentherapeutin viele Taschen?

Ich würde sagen, ich habe eine kleine Sammlung so wie viele Frauen eben. Zu meinen Lieblingen gehören eine Tasche aus Strick und eine Clutch aus Glattleder, die ich in New York gefunden habe.

Wie steht es eigentlich um deinen Kleiderschrank?

Oh da sind sehr viele unterschiedliche Sachen drinnen. Auch bei Kleidung achte ich sehr auf die Haptik und trage gerne Materialien, die sich gut anfühlen.

Denkst du man könnte auch mithilfe des Kleiderschranks auf den Charakter einer Person schließen?

Auf jeden Fall. Ich würde sogar behaupten, das lässt sich noch mit vielen weiteren Gegenständen zum Beispiel Kühlschränke analysieren.

Meine letzte Frage: Was war wohl das spannendste Erlebnis einer Frau mit Handtasche, das du erfahren hast?

Ob du es glaubst oder nicht. Ich habe mal eine Frau getroffen, die nur mit ihrer Handtasche das Land verlassen hat und da waren wirklich nur einige essentielle Dinge wie Laptop, Kreditkarte und Handy drinnen. Morgens auf dem Weg ins Büro hat sie gemerkt, wie langweilig ihr Leben doch ist und hat den nächsten Flieger genommen, um endlich ihren Traum zu verwirklichen. Genau das liebe ich an meiner Arbeit, der Kontakt zu den Menschen und so wunderbare Geschichten erfahren zu dürfen.

„Meine Tochter hat schon gesagt, wenn sie später groß ist, möchte sie auch Handtaschentherapeutin werden.“

 

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Ein persönlicher Glücksbringer von Rosannas Tochter

Hier noch ein paar Impressionen von der Location.

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Eure Lieblingstaschen habt ihr am Sonntag gezeigt (hier). Aber sind sie auch eure „Beste Freundin“, also DIE Handtasche?

 

 

Weiterführende Links

 

Boutique von Elena Berton (hier)

Handtaschentherapie Rosanna Pierantgonetti (hier)

Siehe auch

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4 Kommentare

  1. Hallo liebe Birte,
    Ein wirklich toller und auch sehr interessanter Blogpost. Ich habe sehr viel schmunzeln müssen als ich das gelesen habe. Denn ist wirklich genau so wie sie es gesagt hat.
    Und ich glaube schon das eine Handtasche sehr viel erzählen könnte wenn sie könnte :))

    Liebe Grüße Lisa
    http://hellobeautifulstyle.blogspot.de/

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